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Besuch von Herrn Simon mit seiner Tochter während der Ausstellung am Kerbesonntag 2021 im Museum

Aus Höchster Kreisblatt 19.10.2021

Flörsheim: Der Mann mit dem eigenen Karussell

Heinz Simon besitzt nicht nur ein einmaliges Exemplar, sondern organisierte sogar einst den Juxplatz am Mainufer.

Flörsheim -Ein verlockender Geruch von frischem Popcorn liegt in der Luft und weckt Erinnerungen an vergangene Festtage, die es aufgrund von Corona schon länger nicht mehr gab. Inmitten des zuckersüßen Dufts ertönt ein schrilles Klingeln – das Signal eines doppelstöckigen Karussells, dass sich kurz darauf in Bewegung setzt. Gleich daneben leuchteten bunte Lämpchen. Die „Rakentenbahn“ lädt zur Berg- und Talfahrt ein. „Darf man das schubsen?“, fragt ein Besucher und stößt eine Gondel der Schiffschaukel an – mit nur einem Finger. Bei den Fahrgeschäften, die am Sonntag im Heimatmuseum zu sehen waren, handelte es sich um die Miniaturversion eines Festplatzes.

Spielzeug stammt aus der Vorkriegszeit

Während in dieser Woche eine kleine Kerb auf dem Rathausplatz zum Feiern einlädt, erinnerte die Ausstellung im Heimatmuseum an den Rummel vergangener Zeiten. Die Spielzeug-Karussells zeugten von der lebenslangen Begeisterung eines Flörsheimers: Heinz Simon ist von der Kindheit bis ins hohe Alter vernarrt in die Kerb. Sein Name steht auf dem verzierten Rand des Mini-Karussells, das sich im Heimatmuseum drehte. Denn sein Vater Josef Simon hat ihm die Spielzeug-Kerb noch vor dem Zweiten Weltkrieg gebaut. Der mittlerweile 88 Jahre alte Heinz Simon stellte seinen persönlichen Schatz für die Ausstellung zur Verfügung. Der Anblick ließ ihn selbst heute noch strahlen. „Er hat schon früher gesagt: Das muss irgendwann mal ins Heimatmuseum“, erzählt seine Tochter Manuel Simon. Die handgearbeiteten Attraktionen sollen in den Fundus des Heimatvereins übergehen.

In Flörsheim war Simons Leidenschaft bekannt. „Ich hab gehört, dein Vater hat ein eigenes Karussell“, sei sie manchmal angesprochen worden, erzählt Manuela Simon. Einige Interessierte werden überrascht gewesen sein, dass es sich um ein Fahrgeschäft in Puppengröße handelt, das auf dem heimischen Speicher stand. Enttäuscht war wohl aber niemand, wenn er das liebevoll gearbeitete Modell mit den detaillierten Wagen und Gondeln zum ersten Mal erblickte. Ein ähnliches Karussell habe früher auch in Flörsheim gestanden, erzählt Manuela Simon. Ihr Großvater habe das Dach des Nachbaus aus Vorhangstoff gefertigt. Die winzigen Pferde auf denen die Mitfahrer sitzen, habe er in einem Laden in Mainz gekauft.

Heinz Simon hat das Volksfest aber nicht nur für Puppen aufgebaut. Der Flörsheimer, der im Jahr 1953 als Kerbeborsch aktiv war, machte seine frühe Begeisterung zum Teil seines Berufes. Als Mitarbeiter der Stadtverwaltung sei ihr Vater für die Organisation des Festplatzes am Mainufer verantwortlich gewesen, berichtet Manuela Simon. Während der Kerb holte er richtige Fahrgeschäfte nach Flörsheim und kümmerte sich um die Abrechnung der Standgebühren mit den Schaustellern. „Er war total kerbverrückt“, lacht seine Tochter. Ihr Vater sei noch bis 2019 als Besucher auf die Kerb gegangen.

Die Präsentation von Simons Spielzeug-Kerb war zufällig zustande gekommen. Robert Mohr, Vorstandsmitglied des Heimatvereins, berichtete, dass er sich vor etwa vier Wochen mit Manuela Simon über die handgefertigten Spielzeuge unterhalten habe. Dabei sei die Idee einer Ausstellung entstanden. Die Mitglieder des Heimatvereins stellten Fotos früherer Kerbe-Jahrgänge zusammen und organisierten eine Popcorn-Maschine, um eine typische Atmosphäre zu schaffen. Im Eingangsbereich des Museums wurden außerdem Filmaufnahmen der Kerb 1977 gezeigt. Die Mini-Kerb lockte am Sonntag weit über 100 Besucher ins Heimatmuseum. Deshalb habe der Verein kurzfristig beschlossen, die Ausstellung während der Nachkerb am Sonntag, 24. Oktober, erneut zu zeigen, wirbt Robert Mohr für den weiteren Präsentationstag. sas

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